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Von flachen Menschen, oder: warum der Affe im Schloss sein darf

Wir schreiben den 23.Dezember 2006, in meinem Zimmer sitzen 5 Personen ( mich miteingerechnet). Es ist 20.00 Uhr.

Eine Person fehlt noch, also beschliesst die Runde einen Film anzusehen bis diese eintrifft, bzw. bis meine Eltern sich von der Bildfläche gemacht haben. Die Wahl fällt auf "Borat", ein Film der hoffentlich jedem ausreichend bekannt ist. Als ich ihn im Kino gesehen habe hatte ich mehrmals mit Sauerstoffproblemen zu kämpfen, weil mein Zwerchfell einfach nicht mehr konnte. Nachdem der Film aus war und meine Eltern weg, begann Freund S. (auch bekannt als Ritter S.) aus passenden Teilen eine Bong zu basteln. Die fehlende Person R. (auch bekannt als Ritter R.) war inzwischen auch schon eingetroffen.

Bong fertig, Kraut gezückt gings in die erste Runde. 2 nachteilige Dinge im voraus: Da diese Droge am besten mit so wenig Leuten anwesend wie möglich eingenommen wird, und ich vergessen hatte Musik einzustellen verlief mein erster Trip nicht so doll. Kurzum: Die anderen lachten und ich musste mitlachen....; ich bekam einen Lachflash. Die anderen fanden das natürlich sehr witzig und lachten weiter --> Teufelskreis. Sodann bat ich um Ruhe, legte etwas Trance auf und testete ein zweites Mal, nachdem die anderen ohne spürbare Wirkung probiert hatten. Ich zog den Rauch durch die Bong, schloss die Augen und fühlte mich irgendwie nach hinten gedrückt. Vor meinen geschlossenen Augen sahfühlte ich eine überdimensionierte Gummilippe, wie es sie bei Autoscheibenwischern gibt. Diese Lippe drückte gegen mich und wellte sich dabei leicht. Ausserdem nahm ich das Gestell wahr, an der die Lippe befestigt war.

Dann war nochmal Freund S. dran, bei dem aber nach wie vor keine Wirkung eintrat und auch nicht eintreten sollte. Ebenso bei Freund T., der auf meinem Bett saß. Daneben saß Freund V. und dessen brasilianischer Austauschschüler (nennen wir ihn einfach J.). Freund V. also füllte das Bongköpfchen recht gut und begann zu rauchen. Nach 1-2 Zügen brabbelte er etwas davon, das meine rote Schirmlampe sowie das ganze Zimmer blau sei und sank auf dem Bett zurück. Als er wieder die Augen öffnete sah er etwas desorientiert aus. Das hatte auch seinen Grund: Er sah nur nach 2D. Laut seiner Erzählung war er während er auf dem Bett lehnte in ein Bild gesprungen und sah alles nur noch flach. Absolut keine Raumtiefe. Wir waren für ihn wie die Schauspieler auf einer Theaterbühne während er völlig abseits stand.

Nach ihm war J. dran. Da er recht wenig kommunizierte bekam ich nur in etwa so viel mit, als dass er dachte er sei daheim in Brasilien und Freund V. sei sein Freund aus Brasilien. Später ging er dann aufs Klo, scheinbar um sich das Essen nochmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Dann war Freund R. an der Reihe. Nachdem er das Köpfchen weggeraucht hatte, gb er kehlige Röchellaute von sich und deutete in seinen Rachen. Erst dachten wir er wäre durstig und boten ihm trinken an, er schüttelte aber nur den Kopf. Er war nicht durstig sondern konnte einfach nicht mehr sprechen. Als er uns das wieder mitteilen konnte lachten wir herzhaft darüber. Er war scheinbar von einem Balken nach hinten gedrückt worden, der auch seine Zunge blockierte.

Sein nächster Trip verlief ähnlich amüsant. Wir bemerkten zwar nichts davon aber er erzählte uns nach einigen Fragen was abgelaufen war. Zunächst einmal verformte sich der Raum extrem in die Länge, den er als "sein Schloss" ansah. Seine Persönlichkeit war gesplittet, so dass er nur nach als "wir" statt als "ich" dachte. Tjo, und "wir" wollten nicht, dass die anderen hier in "unserem" Schloss sind. Mein alter Kuscheltieraffe wäre aber berechtigt gewesen da zu bleiben. Erneutes Gelächter über die interessanten Gedankengänge unter Einfluss der gewissen Droge.

Mein dritter Trip war noch ein wenig interessanter als mein voreheriger. Ich stopf mir also den Rest des Krautes ins Köpfchen und leg los. Plötzlich hatte ich den Eindruck, dass die Stimme im Lied mir was sagen wollte. Irgendeinen Vorschlag hat sie mir gemacht, den ich jedoch absurd fand und nicht durchführte. Dann hatte ich das Gefühl, dass sich der Raum in die eine Richtung noch weiter erstreckt und der Boden komplett aus großen Sofakissen besteht. Also dachte ich mir: "Haha, du hast vielleicht dein Schloss hier, aber ich hab mein tolles (Kissen-)Zimmer und bin immernoch hier (obwohls dir nicht gefällt)". So oder ähnlich war mein Gedankengang. Anschliessend visualisierte sich noch die Musik vor meinem inneren Auge. Ich glaub es hatte was von Wasser an sich, das in einen Teich tropft.

Soviel also zum bisherigen Stand der Dinge. Mal sehen wann wir das nächste mal einen Ausflug ins Traumland machen......

28.12.06 20:18
 


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